Österreich ist ein beliebtes Urlaubs- aber auch Transitland für Camper. Seit dem 1. Dezember 2023 erwarten dich einige Neuerungen bei den Mautgebühren in Österreich. Diese Änderungen sind besonders relevant, wenn du mit dem Wohnmobil unterwegs bist und beeinflussen sowohl deine Reiseplanung als auch dein Budget. Aber auch für Fahrer von Pkw und Wohnwagen-Gespannen gibt es einiges zu beachten. Denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Wir bringen Licht ins Dunkel.
- Flexibilität durch neue Vignetten-Optionen: Die wohl wichtigste Neuerung der neuen Mautverordnung in Österreich ist die Einführung der 1-Tages-Vignette. Sie ist ideal für Kurzbesuche oder Durchreisen und kostet 9,60 Euro. Wichtig: Sie ist nur digital verfügbar. Mit den neuen Preisstaffelungen bietet Österreich nun auch eine 2-Monats-Vignette, die 30% des Preises einer Jahresvignette beträgt (die altbewährte 10-Tages-Vignette kostet zwölf Prozent davon). Diese Optionen sind ideal für Reisende, die nicht das ganze Jahr über in Österreich unterwegs sind, aber dennoch von der Infrastruktur profitieren möchten. Die 2-Monats-Vignette kostet für Pkw 32 Euro, die Jahresvignette 106,80 Euro.
- Zusätzlich gibt es Verbesserungen bei der 10-Tages-Vignette: Sowohl die 1-Tages- als auch die 10-Tages-Vignette sind beide direkt nach dem Onlinekauf nutzbar. Dies erleichtert dir die spontane Planung, da du nicht mehr auf die physische Auslieferung der Vignette warten musst. Die 10-Tages-Vignette kostet für Pkw 12,40 Euro.
- Verfügbarkeit und Konsumentenschutz bei den anderen Vignetten: Bei den 2-Monats- und Jahres-Vignetten bleibt es aufgrund des Konsumentenschutzes dabei, dass diese frühestens ab dem 18. Tag nach dem Online-Kauf gültig sind. Das bedeutet, dass du deine Kaufentscheidung bei diesen beiden Vignetten-Arten zeitlich gut planen solltest, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Die digitale Vignette kannst du über den ASFINAG Mautshop, die ASFINAG-App oder bei traditionellen Verkaufsstellen wie Mautstellen und Automobilclubs (z.B. ADAC oder Toll-Tickets) bekommen.
- Neuerungen in der Mautberechnung: Eine weitere signifikante Änderung betrifft die Berechnungsgrundlage der Mautgebühren in Österreich. Statt des höchsten zulässigen Gesamtgewichts wird ab Dezember die technisch zulässige Gesamtmasse (tzG) zur Berechnung herangezogen. Diese Umstellung resultiert aus der EU-Wegekostenrichtlinie und führt dazu, dass auch CO2-Emissionen der Fahrzeuge über 3,5 Tonnen in die Mautkosten einfließen. Der tzG-Wert deines Fahrzeugs findest du auf dem Zulassungsschein in den Feldern F1 und F2.
Diese Änderungen sind Teil eines größeren Bemühens, das Mautsystem in Österreich nutzerfreundlicher und umweltfreundlicher zu gestalten. Sie bieten dir als Reisender mehr Optionen und erleichtern es, deine Fahrten durch Österreich besser zu planen und zu budgetieren.
Auf was du als Camper besonders achten solltest, erklären wir dir gerne.
INFO: GO-Maut in Österreich für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen
Für Fahrzeuge mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse (tzG) über 3,5 Tonnen, wie beispielsweise größere Wohnmobile, Lkw und Busse, ist auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen die GO-Maut zu entrichten.
Diese Maut wird
- nach gefahrenen Kilometern
- Anzahl der Achsen
- Euro Emissionsklasse
- CO2-Emissionsklasse berechnet
Vor der Nutzung einer Autobahn oder Schnellstraße muss für jedes Fahrzeug über 3,5 t eine GO-Box beschafft werden. Diese ist an verschiedenen GO-Vertriebsstellen erhältlich.
Die Mautgebühren mit der GO-Box, oder einem kompatiblen Gerät anderer Anbieter wie emotach oder Toll Collect, richten sich nach der zurückgelegten Strecke, der Anzahl der Achsen des Fahrzeugs sowie dessen Emissionsausstoß und der damit verbundenen Umwelt- und Lärmbelastung. Die Maut kannst du entweder vorab (Pre-Pay) oder nachträglich (Post-Pay) bezahlen, wobei die Abrechnung direkt über die ASFINAG mittels des GO Direkt-Systems erfolgen kann.
Wichtig: Die Go-Box muss immer aktiviert sein, auch auf mautfreien Autobahnen
Wie viel kostet ein Kilometer mit der GO-Box?
Der Preis variiert netto zwischen ungefähr 5 und 61 Cent pro Kilometer (Stand 2025). Für spezielle Mautstrecken wie den Brenner und den Tauerntunnel gelten höhere Tarife, die ebenfalls über die GO-Box abgerechnet werden.
Wie wird die GO-Box abgerechnet?
Die Abrechnung über die GO-Box erfolgt in der Regel automatisch. Die Box wird im Fahrzeug angebracht und erfasst die gefahrenen Strecken. Die Kosten werden dann entsprechend der zurückgelegten Kilometer und der geltenden Tarife berechnet. Am Ende eines Abrechnungszeitraums erhält der Fahrzeughalter eine Rechnung über die angefallenen Gebühren. Die Rechnung für die Nutzung der GO-Box kommt normalerweise vom Betreiber des Mautsystems, in vielen Fällen von der jeweiligen Mautgesellschaft oder einem ähnlichen Unternehmen, das für die Verwaltung der Mautgebühren zuständig ist.
Gültigkeit und Anbringen der Vignetten in Österreich:
Damit du bestens informiert bist und vor möglichen Strafen gefeit, hier die wichtigsten Details zur Gültigkeit und korrekten Anbringung der Vignetten in Österreich:
- Die Gültigkeit der Jahresvignette erstreckt sich vom Dezember des Vorjahres bis zum Januar nach dem angegebenen Kalenderjahr, beispielsweise von 1. Dezember 2023 bis 31. Januar 2025 für die Vignette des Jahres 2024.
- Andere Vignettenvarianten wie die 2-Monats-, 10-Tage- und die neue 1-Tages-Vignette lassen sich flexibel für einen frei wählbaren Zeitraum nutzen.
- Die herkömmliche Klebe-Vignette muss auf der Innenseite der Windschutzscheibe so angebracht werden, dass sie von außen gut sichtbar und überprüfbar ist. Bei Motorrädern ist die Vignette auf einem glatten, schwer zu tauschendem Bereich zu befestigen.
- Um Probleme bei Kontrollen zu vermeiden, empfiehlt es sich, abgelaufene Vignetten zeitnah zu entfernen.
Die wichtigsten Informationen zur Mautpflicht in Österreich auf einen Blick:
- Für die Nutzung aller Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich wird eine Maut erhoben. Die Maut wird in Form von Vignetten, GO-Maut oder einer extra Streckenmaut entrichtet.
Ausnahmen (hier besteht keine Mautpflicht):
- A1 Westautobahn: Grenzübergang Walserberg bis Salzburg-Nord
- Linzer Autobahn A 26: vignettenfreie Autobahnbrücke der Linzer Autobahn A 26: bis zur kompletten Fertigstellung der A 26 inkl. Anschluss an A 7.
- A14: Rheintal/Walgau Autobahn: Grenzübergang Hörbranz bis Hohenems
- A12: Inntalautobahn: Grenzübergang Kiefersfelden bis Kufstein-Süd
- Reisende können zwischen einer herkömmlichen Klebevignette und einer digitalen E-Vignette wählen. Sie kosten beide gleich viel. Ausnahme: 1-Tages-Vignette. Diese gibt es nur digital.
- Für bestimmte Streckenabschnitte wie Tunnels oder Passstraßen fallen zusätzliche Mautgebüren an:
Tunnel:
- Arlbergtunnel S16, Felbertauerntunnel
- Gleinalmtunnel, Bosrucktunnel / Pyhrnautobahn A9
- Karawankentunnel A11
Pass-Straßen:
- Brennerautobahn A13
- Gerlos-Alpenstraße
- Großglockner-Hochalpenstraße
- Silvretta-Hochalpenstraße
- Tauernautobahn A10
- Timmelsjoch-Hochalpenstraße
- Seit 1. Dezember 2023 wird für die Berechnung der Mautpflicht die technisch zulässige Gesamtmasse zugrunde gelegt. Sie entscheidet darüber, ob ein Wohnmobil/Fahrzeug der Vignettenpflicht (Streckenmaut) oder der Go-Maut-Pflicht unterliegt. Mautgebühren für Fahrzeuge über 3,5 t berechnen sich nach:
- den gefahrenen Kilometern
- der Anzahl der Achsen
- der Euro-Emissionsklasse
- Für Wohnwagen oder Anhänger wird in Österreich keine zusätzliche Maut erhoben.
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